Stimmtraining

Kennen Sie das?  Nach langen Arbeitstagen vermeiden sie es zu sprechen, weil sich ihre Stimme müde, rauh und erschöpft anfühlt? Weil sie Schmerzen im Kehlkopfbereich oder Spannungskopfschmerzen verspüren? Viele Menschen, die in sprechintensiven Berufen arbeiten, kennen solche Symptome. Sie sind meistens Zeichen einer stimmlichen Überbelastung bzw. einer nicht optimalen Stimmtechnik und können sich zu ausgeprägten Stimmproblemen weiterentwickeln. Ein Stimmtraining hilft, die Atem-, Sprech- und Stimmtechnik zu optimieren und die Stimme leistungsfähig und robust zu machen. In diesem Artikel lesen sie, weshalb Stimmprobleme so verbreitet sind, wie ein Stimmtraining abläuft und für wen es geeignet ist.

Was ist der Sinn eines Stimmtrainings?

Der Sinn eines Stimmtrainings ist es, eine gesunde Stimm-, Atem- und Sprechtechnik zu entwickeln, die es dem Sprecher ermöglicht, den beruflichen oder privaten Alltag mit leistungfähiger Stimme zu gestalten. Eine gesunde Stimme ist robust, klangvoll und leistungsfähig und ermüdet auch bei längerem Sprechen nicht.

Für wen eignet sich ein Stimmtraining?

Ein Stimmtraining ist für all diejenigen geeignet, die:

  • einen Sprechberuf haben und eine hohe Stimmbelastung verspüren,
  • über eine unzureichende Atem-, Sprech- und Stimmtechnik verfügen,
  • Stimmprobleme haben und Symptome einer beginnenden Stimmstörung bemerken.

Wie zeigen sich beginnende Stimmprobleme?

Typische Symptome für beginnende Stimmprobleme sind:

  • Stimmermüdung:  Ermüdet Ihre Stimme, wenn Sie länger Sprechen müssen? Ist Ihre Stimme am Ende des Tages häufig tonlos, klangarm und erschöpft?
  • Sprechanstrengung: Empfinden Sie das Sprechen häufig als anstrengend und mühsam? Benötigen Sie subjektiv empfunden einen hohen Kraftaufwand beim Sprechen? Vermeiden Sie die stimmliche Kommunikation, z.B. private Gespräche oder Telefonate nach Feierabend?
  • Heiserkeit: Klingt Ihre Stimme besonders nach einer höheren Stimmbelastung rauh, behaucht oder heiser?
  • Schmerzen im Kopf-, Halsbereich oder Spannungskopfschmerzen: Leiden Sie regelmäßig unter Schmerzen, die mit ihrer Stimmtechnik in Zusammenhang stehen könnten?
  • Atemprobleme: Haben Sie Schwierigkeiten mit Ihrer Sprechatmung? Kommen Sie beim Sprechen außer Atem? Atmen Sie unregelmäßig und hektisch? Empfinden Sie die Atmung als unangenehm oder mühsam? Überziehen Sie die Sprechphrasen und atmen zu selten?

Dies alles sind typische Anzeichen einer unzureichenden Atem-, Sprech- und Stimmtechnik bzw. einer stimmlichen Überlastung. In einem Stimmtraining geht es darum, die Stimmtechnik zu optimieren und eine gesunde und leistungsfähige Stimmfunktion zu enwickeln.

Stimmtraining oder Logopädie?

Ein Stimmtraining ist eine präventive Maßnahme zur Gesunderhaltung der Stimme und richtet sich an Sprecher mit gesunder Stimmfunktion. Diese Leistung wird in der Regel nicht von den Krankenkassen übernommen. Nachfragen lohnt sich trotzdem, da von einigen Kassen auch Präventionsangebote unterstützt werden.

Liegt eine dauerhafte Veränderung der Stimmfunktion mit Heiserkeit vor, handelt es sich um eine medizinisch relevante Stimmstörung oder Dysphonie, die in einer logopädischen Stimmtherapie behandelt werden sollte. In diesem Fall stellt der behandelnde HNO-Arzt oder Phoniater eine Verordnung für eine Stimmtherapie aus, die dann von der Krankenkasse übernommen wird.

Wie läuft ein Stimmtraining ab?

In der ersten Stunde erfolgt eine computergestützte Stimmanalyse zur Planung des Stimmtrainings

Um ein Stimmtraining genau auf die Bedürfnisse des Klienten abstimmen zu können, ist zunächst einmal eine genaue Bestandsaufnahme erforderlich. In der Stimmanalyse werden stimmtechnische Stärken und Schwächen des Klienten herausgearbeitet und die Ziele für das Stimmtraining festgelegt.

Bei dieser Analyse helfen uns heute computergestützte Stimmanalyseprogramme, die sowohl dem Trainer als auch dem Klienten selbst meist relativ schnell die Stärken und Schwächen vor Augen führen. Die Stimmanalyse wird immer in der ersten Stunde durchgeführt, das Stimmtraining beginnt im Anschluss.

Der Trainingsverlauf

Im Anschluss an die Eingangsuntersuchung beginnt die Trainingsphase. Je nachdem, welche stimm-, sprech- und atemtechnischen Defizite in der Eingangsuntersuchung deutlich wurden, lernt der Klient nun mit Hilfe verschiedener Stimmübungen die Merkmale der physiologischen Stimmgebung kennen und anzuwenden. Hier sind einige typische Beispiele:

  • Atemübungen sind dann erforderlich, wenn sich in der Diagnostik Defizite in der Atemtechnik gezeigt haben, wie z.B. eine Hochatmung, fehlende Bauchatmung, eine Schnappatmung oder unphysiologische Phrasenlängen mit Sprechen auf Restluft.
    Das Ziel von Atemübungen ist die Erarbeitung einer physiologischen Atemtechnik. Diese ist gekennzeichnet durch die costoabdominale Mischatmung (Bauch-Brustatmung), eine geräuscharme Sprechatmung durch den Mund mit regelmäßigen und „ruhigen“ Atempausen.
  • Stimmübungen sind dann erforderlich, wenn sich in der Diagnostik stimmtechnische Defizite gezeigt haben. Dazu gehören die Symptome Heiserkeit, fehlende Belastbarkeit, fehlende Tragfähigkeit im Stimmklang, eine zu leise oder schwache Stimme, Stimmermüdung und mehr.
    Das Ziel der Stimmübungen ist es, eine gute Stimmtechnik zu entwickeln, die die Stimme resonanzreich, tragfähig und belastbar werden lässt. Auf diese Weise ist auch in  sprechintensiven Berufen ein Sprechen ohne Anstrengung möglich.
  • Artikulationsübungen sind dann erforderlich, wenn sich in der Erstuntersuchung sprechtechnische Defizite gezeigt haben. Das können Artikulationsfehler wie, z.B. eine Sigmatismus (lispeln) sein, eine undeutliche Artikulation, ein zu hohes Sprechtempo oder die unzureichende Ausformung der Vokale mit Einschränkungen der stimmlichen Resonanz.
  • Stimmhygienische Maßnahmen und Tipps zur Stimmpflege helfen dabei, die Stimme gesund zu erhalten.

Wie lange dauert ein Stimmtraining?

Die Dauer eines Stimmtrainings ist abhängig vom Ausmaß der Beschwerden, den stimm-, sprech- und atemtechnischen Defiziten, sowie der persönlichen Ziele des Klienten und damit sehr individuell. In 5-10 Sitzungen lassen sich zumeist die wichtigsten Grundlagen des physiologischen Sprechens erfolgreich erarbeiten.

Der Weg zur gesunden Stimme

Die gute Nachricht: Durch ein systematisches Stimmtraining lässt sich eine gesunde und gut funktionierende Stimme entwickeln. Eine gesunde Stimme ist robust, klangvoll und leistungsfähig und ermüdet auch bei längerem Sprechen nicht. Wenn Sie Interesse haben, dann schreiben sie mir.

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