Stimmprobleme im Beruf: Lehrer, Erzieherinnen & Co

Stimmprobleme sind gerade in unserer heutigen Dienstleistungsgesellschaft ein häufig auftretendes Phänomen. Gerade in Berufen, in denen viel gesprochen wird, sind die Menschen auf eine gut funktionierende Stimme angewiesen. Stimmprobleme sind häufig die ersten Anzeichen einer Stimmstörung und sollten ärztlich und logopädisch abgeklärt werden und ggfs. stimmtherapeutisch behandelt werden.

 

Stimmprobleme durch Überlastung

Stimmprobleme entstehen häufig in besonders stimmintensiven Berufen, z.B. bei Lehrern und Erzieherinnen. Durch die chronische Überlastung der Stimme kommt es im Laufe der Jahre zu Stimmproblemen wie Heiserkeit, Sprechanstrengung, Verspannungen beim Sprechen, Stimmermüdung oder im schlimmsten Fall zu einer Stimmlosigkeit (Aphonie). Wenn dazu noch ungünstige Umgebungsbedingungen vorherrschen, wie z.B. eine hohe Umgebungslautstärke, dann wird die Stimme häufig überlastet und es entwickeln sich Symptome einer Stimmstörung. Zu den Berufen mit hoher Stimmbelastung gehören:

  • Lehrer
  • Erzieher
  • Mitarbeiter in Callcentern
  • Geistliche
  • Schauspieler
  • Sänger

Berufe mit mittlerer Stimmbelastung:

  • Bankangestellte
  • Versicherungs- und Vertriebspersonal
  • Ärzte
  • Anwälte
  • Pflegepersonal

Leider ist es in den wenigsten Fällen so, dass angehende Berufssprecher stimmtechnisch auf die Stimmbelastung im Beruf vorbereitet werden.  Und so kommt es häufig dazu, dass die hohe Beanspruchung der Stimme längerfristig zu einer Überlastung der Stimme führt. Die Klienten berichten häufig über eine zunehmende Sprechanstrengung, einen veränderten Stimmklang, ein Druckgefühl, Schmerzen im Halsbereich oder Verspannungen. Durch ein frühzeitiges Stimmtraining lassen sich stimmtechnische Fähigkeiten entwickeln, die zu einer resonanzreichen, klangvollen und leistungsfähigen Stimme führen. Und das wichtigste dabei:  Sprechen macht wieder Spaß und geht wieder müheloser und leichter.

Weitere Ursachen für Stimmprobleme

Neben der Überlastung durch dauerhaftes Sprechen, können Stimmprobleme auch noch durch andere Ursachen ausgelöst werden:

  • Verspannungen und Rückenschmerzen
    Die Nackenwirbelsäule liegt in direkter Nachbarschaft zum Kehlkopf. Daher können sich Nacken- und Rückenschmerzen negativ auf die Stimme auswirken und zu Stimmproblemen führen.
    Aber auch im umgekehrten Fall kommt es häufig dazu, dass stimmtechnische Schwächen zu laryngealen, im Kehlkopf auftretenden, Verspannungen führen, die sich weiter auf Kopf-, Hals- und Schultermuskulatur ausbreiten. In diesem Zusammenhang berichten die Patienten häufig von Spannungskopfschmerzen nach hoher Stimmbelastung.
  • Organische Stimmstörungen:
    Eine organische Stimmstörungen liegt dann vor, wenn organische Veränderung im Bereich des Kehlkopfes zur Heiserkeit führen. Typische Beispiele für organische Stimmstörungen sind Stimmlippenknötchen, das Reinkeödem oder Stimmlippenlähmungen.
  • Funktionelle Stimmstörungen entstehen durch stimmtechnische Defizite oder  konstitutionelle Einschränkungen.
  • Psychogene Stimmstörungen können dann entstehen, wenn seelische Belastungen über einen längeren Zeitraum hinweg bestehen.

Symptomatik: Die häufigsten Stimmprobleme

Stimmprobleme kommen meistens nicht von heute auf morgen, sondern entwickeln sich im Laufe der Zeit. Nicht selten gibt es aber ein auslösendes Ereignis bei dem die Problematik zum ersten Mal wahrgenommen wird. Im Erstgespräch berichten die Patienten meist über die folgenden stimmlichen Beschwerden:

  • Heiserkeit
  • Atemprobleme beim Sprechen
  • Stimmprobleme bei Berufssprechern
  • Sprechanstrengung
  • Stimmlippenknötchen & Phonationsverdickungen

Stimmprobleme erkennen – Stimmprobleme behandeln

Zunächst einmal ist es wichtig, die Ursachen, auslösende Faktoren sowie den Schweregrad der Stimmprobleme zu identifizieren. Dazu ist eine ausführliche Eingangsdiagnostik erforderlich, in der verschiedene Methoden eingesetzt werden. Dazu zählen:

  • Fragebögen zur Selbsteinschätzung der Stimme
  • Ein ausführliches Eingangsgespräch
  • Die klassische und computergestützte Stimm- und Sprechanalyse

Im Anschluss werden gemeinsam mit dem Klienten die Ergebnisse besprochen und die Trainingsziele abgeleitet. Die stimm- und sprechtechnische Behandlung beginnt im Anschluss.

Stimmprobleme oder medizinisch relevante Stimmstörung?

Bei der Erstuntersuchung wird aus logopädischer bzw. stimmtherapeutischer Sicht darauf geachtet, ob es sich bei den Stimmproblemen um eine medizinisch relevante Stimmstörung handelt, die dann auch ärztlich abgeklärt werden muss. Immer dann, wenn eine länger andauernde Heiserkeit vorliegt, sollte eine laryngoskopische Untersuchung bei einem HNO-Arzt oder Phoniater erfolgen.

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