Atemprobleme und Atemnot beim Sprechen und Singen

Viele Menschen leiden unter Atemproblemen beim Sprechen und Singen. Da die Atmung die Luft für die Stimmgebung liefert und damit die Grundlage des Sprechens und Singens darstellt sind die kommunikativen Beeinträchtigungen meistens deutlich spürbar. Die Ursachen liegen meistens in einer ungeübten und fehlerhaften Atemtechnik.  Die Stärke der Atemprobleme variiert in der Regel in Abhängigkeit von der Kommunikationssituation: Viele Klienten beschreiben besonders bei Stress und Nervosität ausgeprägte Atemprobleme bis hin zur Atemnot. Durch eine genaue Sprechanalyse lassen sich die technischen Defizite identifizieren und in einem zielgerichteten Stimmtraining oder einer logopädischen Behandlung meist erfolgreich behandeln.

Merkmale der Atemprobleme und Atemnot beim Sprechen und Singen

In der Eingangsuntersuchung beschreiben die Klienten meist relativ unspezifisch Atemprobleme und Atemnot überwiegend bei Nervosität. Eine typische Situation die häufig zu ausgeprägten Problemen der Atmung führt ist die freie Sprechsituation bei Vorträgen vor Publikum. In der Stimm- und Sprechanalyse zeigen sich dann meistens diverse atemtechnische Defizite:

  • Lange Sprechphrasen
  • kurze Atempausen
  • Schnappatmung
  • geräuschhafte Einatmung
  • fehlende Bauchatmung
  • Hochatmung (Clavikularatmung)
  • verkrampfte, mühevolle Atmung
  • hoher Luftverbrauch
  • Verspannungen, z.B. im Nackenbereich

Die Analyse des Sprechens zur Analyse von Atemproblemen

Das Ziel der zu Beginn eines Stimmtrainings stattfindenden Sprechanalyse ist die Identifikation der Atemprobleme. Dies geschieht in einer eingehenden computer- oder Videoanalyse.

Atemprobleme und Atemnot beim Singen und Sprechen
Sprechanalyse zur Identifikation von Atemproblemen: Hier zeigt sich eine physiologische Sprechatmung mit regelmäßigen und geräuscharmen Atempausen.

Die Physiologie der Atmung beim Singen und Sprechen

Unsere Atmung ist die Grundlage für die Stimm- und Sprachproduktion, indem sie die Luft zur Verfügung stellt, die Stimmlippen in Schwingung versetzen. Der Vorgang der Sprechatmung ist ein hoch komplexer Prozess, an dem unzählige Nerven, Muskeln, Organe und andere Strukturen beteiligt sind.

In einem Stimmtraining oder einer logopädischen Therapie werden systematisch die Merkmale der physiologischen Phonationsatmung erarbeitet. Diese sind:

  • Sprechatmung ist Mundatmung: anders als viele glauben, erfolgt die physiologische Einatmung durch den Mund und nicht durch die Nase.
  • Die geräuscharme Atmung: Der Mund öffnet sich bei der Einatmung und der Rachen weitet sich, so dass die Luft in der Inspirationsphase kaum hörbar einströmen kann.
  • Regelmäßigkeit der Atempausen: die physiologische Einatmung erfolgt alle 2-8 Sekunden.
  • Die costoabdominale Mischatmung: Bei der Mischatmungatmung weitet sich der Bauch- und Brustraum. Dies führt zu einer tiefen und ruhigen Einatmung. Bitte nicht den Bauch einziehen!

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