Sprachförderung bei Kleinkindern

Sprachförderung bei Kleinkindern gelingt dann am besten, wenn sie in natürlichen Kommunikationssituationen stattfindet, regelmäßig erfolgt und vor allem dem Kind und den Eltern Spaß macht. Die Sprechfreude ist daher eines der wichtigsten Ziel, denn Kinder die gerne, viel und ungehemmt sprechen, machen viel mehr Erfahrungen und haben daher die besten Voraussetzungen für einen schnellen Spracherwerb.

Sprachförderung bei Kleinkindern: Kommunikation auf Augenhöhe

Gespräche mit Kindern gelingen dann am besten, wenn Eltern ein echtes Interesse am Gespräch haben, dem Kind genügend Zeit lassen und aufmerksam zuhören. Das ist nicht selbstverständlich, weil im familiären Alltag manchmal die Zeit und die Muße fehl, sich wirklich auf ein Gespräch einzu lassen.
Gespräche mit Kindern gelingen dann am besten, wenn der Erwachsene so wenig lenkend wie möglich verhält. Dieser nondirektive Kommunikationsstil ist durch die folgenden Merkmale geprägt:

  • Der Erwachsene folgt den Inhalten des Kindes und lässt das Kind aussprechen
    – er hört aufmerksames zu
    – der Erwachsene lässt immer wieder Pausen entstehen
    – er lässt sich im Gespräch von den Interessen des Kindes leiten
    – der Sprechanteil des Erwachsenen ist geringer als der des Kindes
  • er gibt wenig Anweisungen und Aufforderungen
  • er gibt wenig Kommentare und Bewertungen über das kindliche Verhalten ab

Der nondirektive Kommunikationsstil führt meist zu einer großen Sprechfreude und damit zu einer ganz natürlichen Sprachförderung bei Kleinkindern.

Die Sprachförderliche Grundhaltung

Die sprachförderliche Grundhaltung  besteht aus kommunikativen Verhaltensweisen, die zu einem gelungenen Dialog führen. Sie ergänzt den nondirektiven Kommunikationsstil mit weiteren sprachförderlichen Verhaltensweisen. Ob ein Gespräch gut verläuft oder misslingt ist also kein Zufall, sondern die Folge des kommunikativen Verhaltens des Erwachsenen.

Die sprachförderliche Grundhaltung ist gekennzeichnet durch die folgenden Verhaltensweisen:

  • direkte Zuwendung
  • auf Höhe des Kindes begeben
  • Blickkontakt
  • aufmerksames Zuhören
  • Ausreden lassen
  • Interessiertes Nachfragen
  • Sprache dem Entwicklungsstand des Kindes anpassen
  • Kurze und einfache Sätze
  • Langsames Sprechen
  • Spaß am Kommunizieren vermitteln
  • Auf gute Betonung achten

Der direktive Kommunikationsstil

Der lenkende oder direktive Kommunikationsstil führt meistens dazu, dass Kinder weniger sprechen und sprachliche Hemmungen entwickeln. Er ist gekennzeichnet durch:

  • viele Anweisungen, Aufforderungen und Befehle
  • viele Bewertungen (Lob gehört auch dazu)
  • viele Kommentare des kindlichen Verhaltens
  • Lenkender Stil:
    – häufiges Durchsetzen der Themen des Erwachsenen
    – wenig Aufgreifen der vom Kind eingebrachten Themen
    – hoher Sprechanteil des Erwachsenen

Sprechhemmendes Verhalten: Was Sie vermeiden sollten

Darüberhinaus gibt es noch weitere Verhaltensweisen der Elternkommunikation, die die Sprache des Kindes hemmen können. Dazu gehören die folgenden Punkte:

  • Zum Sprechen auffordern, z.B. „Sag der Oma mal, wie das heißt.“
  • Nachsprechen lassen, z.B. „Sag mal Ball“
  • Das Kind korrigieren/verbessern
  • Sprache üben: Eltern sind keine Lehrer und Kinder benötigen keinen Lehrer zum Erwerb ihrer Muttersprache.
  • Unterbrechen
  • So tun, als hätte man das Kind nicht verstanden
  • Kritik
  • Bestrafung
  • Die Neugier und den Wissensdurst des Kindes bremsen

Fazit:

Der nondirektive Kommunikationsstil und die sprachförderliche Grundhaltung führen zu einer sehr natürlichen Sprachförderung bei Kleinkindern.

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