Sprachentwicklung und Fernsehen

Der Fernseher, das Internet, DVDs und Hörkassetten sind für Kinder äußerst attraktive Medien. Wenn Eltern nicht aktiv gegensteuern, wirken sie oft wie Magneten von denen Kinder nicht mehr loszukommen scheinen. Viele Eltern glauben mit dem Fernsehen die Sprachentwicklung des Kindes zu fördern, was leider meistens nicht der Fall ist. Für eine gute Sprachanregung benötigen Kinder eine intensive zwischenmenschliche Kommunikation und ein hoher Fernsehkonsum wirkt sich meist ungünstig auf die Sprachentwicklung aus. Da für viele Familien moderne Medien zum Leben einfach dazu gehören, möchte ich im Folgenden einige Anregungen geben, wie diese Medien so sprachförderlich wie möglich eingesetzt werden können.

Sprachentwicklung und Fernsehen im gemeinsamen Dialog

Durch einen bewussten Umgang mit Fernseher, Computer und Co., lassen sie diese Medien durchaus auch so einsetzen, dass Kinder in ihrer Sprachentwicklung profitieren. Die folgenden Punkte können Ihnen dabei helfen:

  • Sprachförderung erfolgt in erster Linie im Dialog.
  • Kein Medium ersetzt das Gespräch und das gemeinsame Spiel.
  • Sprache wird über Kommunikation gelernt. Fernsehen, PC-Spiele und Hörkassetten sind dies nicht!
  • Die Auswahl geeigneter Sendungen sollte durch die Eltern gesteuert werden. Es gibt sehr gut gemachte Fernsehsendungen für Kinder, bei denen Kinder viel Spaß haben und daneben auch noch viel lernen können.
  • Setzen Sie Ihr Kind nicht über längere Zeit alleine vor den Fernseher.
  • Bewusst eingesetzt, kann das Fernsehen die Sprachentwicklung fördern, da informative Kindersendungen Redeanlässe entstehen lassen.
  • Wenn Sie es einrichten können, schauen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind (Co-Viewing). Dadurch haben Sie die Möglichkeit zum Dialog und fördern auf diese Weise die Sprachentwicklung Ihres Kindes.
  • Häufige Wiederholungen der gleichen Inhalte gelten als förderlich für die Sprachentwicklung. Daher sind Hörkassetten und DVDs gute Alternativen zum Fernsehen.
  • Die Erziehung zur Medienkompetenz bedeutet auch, dass Kinder lernen, bewusst auszuwählen. Nutzen Sie die Gelegenheit und vermitteln Sie Ihrem Kind von vorne herein aktive Auswahlstrategien. Dazu gehört das gemeinsame planen der Medienzeiten, indem man z.B. gemeinsam das Fernsehprogramm liest oder sich überlegt, zu welchem Thema man im Internet surfen möchte.
  • Die Inhalte müssen immer kindgerecht sein. Damit das Kind nichts ungeeignetes sieht, ist es ratsam, wenn ein Elternteil mitsieht (Co-Viewing).
  • Kinder sollten nicht zu viel fernsehen. Kinder unter 4 brauchen eigentlich noch gar kein Fernsehen.
  • Geschwister älterer Kinder sehen automatisch früher. Hier ist es  besonders wichtig, auf eine zeitliche Begrenzung und die Auswahl der richtigen Fernsehsendungen zu achten.
  • Beginnen Sie möglichst früh damit, klare Regeln  im Umgang mit elektronischen Medien einzuführen. Denken Sie dabei nicht nur an Ihre Kinder, sondern machen Sie sich auch Gedanken darüber, wie Sie in Ihrer Familie mit elektronischen Medien umgehen wollen. Ihr eigenes Medienverhalten spielt dabei eine große Rolle.
  • Ihr Kind wird in Ihrer Familie der Medienexperte. Ihre Rolle ist es die Regeln festzulegen.

Schreibe einen Kommentar