Spasmodische Dysphonie: Ursachen, Symptome, Therapie

Die spasmodische Dysphonie ist eine der schwersten Stimmstörungen und führt bei den Betroffenen meist zu ausgeprägten Einschränkungen in der Kommunikationsfähigkeit und zu einem hohen Leidensdruck. Sie ist dadurch gekennzeichnet, dass es während der Stimmgebung (Phonation) zu unwillkürlichen Verkrampfungen der Kehlkopfmuskulatur kommt. Es gibt zwei Formen der spasmodischen Dysphonie, den Adduktor-Typ und den Abduktor-Typ. Ob sich die Störung durch eine logopädische Therapie behandeln lässt, sollte in einem Therapieversuch geklärt werden, bevor andere, z.B. operative Therapiemaßnahmen zum Einsatz kommen.

Pathomechanismus und Symptomatik der spasmodischen Dysphonie

Der Adduktor-Typ
Durch die unwillkürliche Kontraktion der „Stimmlippenschließer“ beim Sprechen, kommt es beim Sprechen zum unwillkürlichen Verschluss der Glottis, was zur Unterbrechung des Luftflusses führt. Die Stimme klingt gequält, gepresst, angespannt, ächzend oder stöhnend. In schweren Fällen kommt es zum völligen Abbruch der Phonation. Die Kontraktion der Kehlkopfmuskulatur führt zu einer erheblichen Sprechanstrengung.

Der Abduktor-Typ
Durch die unwillkürliche Kontraktion der „Stimmlippenöffner“ kommt es zur ungewollten Öffnung der Glottis. Die Stimme klingt stark behaucht mit plötzlich eintretenden Phasen kompletter Stimmlosigkeit (Aphonie). Die Sprechanstrengung entsteht durch den hohen Luftverbrauch.
Bei beiden Typen der spasmodischen Dysphonie kommt es zu ausgeprägten Auffälligkeiten der Sprechatmung.

Ursachen

Die Ursachen sind bislang nicht geklärt, vermutet werden neurologische Ursachen in den Bereichen des Cortex oder den tiefer liegenden Basalganglien.

Logopädische und andere Therapien

Häufig stehen die Symptome der spasmodischen Dysphonie im Zusammenhang mit stimm- und sprechtechnischen Defiziten. In einer logopädischen Therapie sollte geklärt werden, ob sich die Störung durch eine Übungstherapie verbessern lässt. Typische Ziele der logopädischen Behandlung sind der Abbau der hyperfunktionellen Phonationsmechanismen, die Erarbeitung einer physiologischen Sprechatmung und eine konsequente Umsetzung stimmhygienischer Maßnahmen. Sollte sich herausstellen, dass sich die Symptomatik durch die stimmtherapeutische Behandlung nicht verbessern lässt, können noch weitere Therapieverfahren in Betracht gezogen werden:

  • Injektionstherapie mit Botulinum-Toxin (Botox): Dies führt in der betroffenen Muskulatur zu einer schlaffen Parese. Die Prozedur muss alle 3-5 Monate wiederholt werden.
  • Psychotherapie kann bei einer psychogenen Komponente der Störung zum Erfolg führen.
  • Durchtrennung des N. recurrens mit dem Nachteil schwerer Nebenwirkungen.
  • Thyreoplastik zur Lateralisation der Stimmlippen

Wenn Sie weitere Fragen zum Thema der spasmodischen Dysphonie haben, können Sie sich gerne per E-Mail an mich wenden.

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