Hypofunktionelle Dysphonie: Ursachen, Symptome & Therapie

Die hypofunktionelle Dysphonie ist eine Stimmstörung, bei der die Stimmleistung entweder durch Anlage oder aufgrund einer erhöhten Anforderung nicht ausreicht. Hypofunktionelle Stimmen sind leise, häufig behaucht, klangarm und wenig belastbar. Im beruflichen Alltag führen die Stimmprobleme insbesondere in Sprechberufen zu einem hohen Leidensdruck und zu kommunikativen Einschränkungen. Lesen Sie in diesem Beitrag über die Ursachen, Symptome und die Therapie der hypofunktionellen Dysphonie.

Ursachen der hypofunktionellen Dysphonie

Bei der hypofunktionellen Dysphonie wird eine multifaktorielle Kombination verschiedener Ursachen angenommen:

  • Konstitutionelle Faktoren sind anlagebedingte Ursachen, die zu einer eingeschränkten Stimmfunktion führen, wie z.B. ein zu kleiner Kehlkopf, Fehlbildungen oder eine reduzierte Masse der Stimmlippenmuskulatur.
  • Unter habituellen Faktoren versteht man einen unzweckgemäßen Stimmgebrauch, der zu einer unphysiologische Stimmgebung und zur Ausprägung einer hypofunktionellen Symptomatik führen kann.
  • Ponogene Faktoren führen zu einer Überlastung der Stimme, z.B. durch zu langes Sprechen in zu hoher Lautstärke.
  • Organische Faktoren: Erkrankungen des Stimmapparates wie z.B. eine Kehlkopfentzündung (Laryngitis) oder ein Reinke-Ödem können zu einer reduzierten Stimmfunktion führen. Auch andere Erkrankungen, die außerhalb des Stimmapparates liegen, können sich belastend auf die Stimmfunktion auswirken.
  • Psychogene Faktoren sind z.B. seelische Konflikte, psychosozialer Stress oder Depressionen, die zu stimmlichen Einschränkungen führen können.

Symptome der hypofunktionellen Dysphonie

Die hypofunktionelle Dysphonie ist meistens durch die folgenden Symptome gekennzeichnet:

  • leise, klangarme, wenig tragfähige Stimme
  • behaucht und heisere Stimme
  • Sprechanstrengung
  • laryngeale Verspannungen oder Spannungskopfschmerzen bei längerem Sprechen
  • Versagen oder Wegbrechen der Stimme
  • und weitere

Hypofunktionelle Dysphonie: Logopädie & Stimmtraining

Stimmdiagnostik
Zu Beginn der logopädischen Therapie wird eine ausführliche Stimmdiagnostik durchgeführt. In der Anamnese berichtet der Patient über die Beschwerden mit seiner Stimme. Anschließend werden diverse Untersuchungen durchgeführt, die das Ziel haben, die pathophysiologischen Merkmale der Stimme aber auch verbliebene Ressourcen zu identifizieren. Darauf aufbauend plant der Therapeut gemeinsam mit dem Patienten die anschließend beginnende Stimmtherapie.

Logopädische Stimmtherapie
Die Ziele der Stimmtherapie orientieren sich immer am Eingangsbefund und der individuellen Problematik des Patienten. Häufig stehen die folgenden Therapieziele im Vordergrund:

  • Entwicklung einer klangvollen, resonanzreichen und kraftvollen Stimmgebung
    Die Optimierung der Stimmtechnik führt in der Regel zu einer deutlich leistungsfähigeren Stimmfunktion. In diversen Stimmübungen lernt der Patient seine Stimme ökonomisch aber wirkungsvoll einzusetzen.
  • Förderung einer physiologischen Sprechatmung
    Die Grundlage für eine gut funktionierende Stimme ist eine gute Atemtechnik. Der Patient lernt in der Therapie die Merkmale der physiologischen Sprechatmung kennen und diese beim Sprechen einzusetzen.
  • Entwicklung einer präzisen und deutlichen Artikulation
    Eine präzise und deutliche Aussprache führt zu einer besseren Verständlichkeit und einer guten Klangverstärkung im Vokaltrakt und damit zu einer klangvolleren und leistungsfähigeren Stimme.
  • Optimierung der Umgebungsfaktoren
    Ein sehr wichtiges Therapieziel ist die Identifikation stimmschädigender Umgebungsfaktoren im beruflichen Alltag. Gelingt es dem Patienten die stimmschädigenden Einflüsse in seinem beruflichen Alltag zu minimieren, verbessert sich die Symptomatik oft ganz deutlich.
  • Stimmhygiene und Maßnahmen zur Stimmpflege
    Der Patient lernt, worauf er im Sinne der Stimmgesundheit achten sollte.

Die Dauer einer Stimmtherapie bei hypofunktioneller Dysphonie variiert je nach dem Schweregrad der Stimmstörung. Je früher mit einer Therapie begonnen wird, desto schneller sind in der Regel die Fortschritte. Bei leichten stimmlichen Problemen, bei denen der Arzt keine medizinische Indikation feststellt, kann ein Stimmtraining sinnvoll sein.

Wenn Sie Fragen zum Thema der hypofunktionellen Dysphonie haben, können Sie mir gerne eine E-Mail schreiben.

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