Anfällige & empfindliche Stimmen

Empfindliche Stimmen zeichnen sich durch eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit aus. Im Alltag entstehen dadurch häufig Stimmprobleme wie Sprechanstrengung, Stimmermüdung und Heiserkeit. Die Ursache ist häufig eine unzureichenden Atem-, Sprech- und Stimmtechnik. 

Empfindliche und anfällige Stimme: Symptome, Ursachen und Hilfen, totalvokal Düsseldorf

Anfällige & empfindliche Stimmen im Alltag

Was die stimmliche Leistungsfähigkeit angeht, gibt es sehr große individuelle Unterschiede. Es gibt Menschen mit scheinbar unbegrenzter Stimmkraft, die keine Stimmprobleme kennen, die ohne Punkt und Komma sprechen können ohne zu ermüden und praktisch niemals heiser werden. Andere dagegen leiden unter einer empfindlichen Stimme, die schon nach kurzer Beanspruchung ermüdet. Typische Symptome sind:

  • eine leise, klangarme und wenig tragfähige Stimme
  • eine wenig belastbare Stimme und schnell eintretende Stimmermüdung
  • Sprechanstrengung
  • eine brüchige Stimme und Heiserkeit
  • Verspannungen im Kopf-, Halsbereich
  • Schwierigkeiten beim Sprechen mit erhöhter Umgebungslautstärke

Da die Umgebungsbedingungen häufig einen großen Einfluss auf die Art und Weise unseres Sprechens haben, treten die Stimmprobleme häufig in kommunikativ anspruchsvollen Situationen auf, wie z.B. beim Sprechen mit Umgebungslärm (Parties) oder bei Vortrags- oder Prüfungssituationen mit erhöhter Nervosität.

Die leistungsfähigen Stimmen von Kindern und Babies

Es ist äußerst interessant, zu beobachten, wie leistungsfähig Baby- und Kinderstimmen sind. Kinder verwenden ihre Stimmen weitaus variationsreicher als Erwachsene: sie sprechen, schreien, lachen, weinen, singen und dies häufig ohne Pausen. Auffällig ist dabei, wie durchdringend und hell dabei der Stimmklang ist und auf welch ökomomische Art und Weise sie in der Regel diesen Stimmklang produzieren. Die meisten Kinder haben ganz intuitiv und auf natürliche Wiese eine sehr leistungsfähige Stimmtechnik entwickelt.

Ursachen & Hilfen

Bei empfindlichen Stimmen ist häufig genau das Gegenteil der Fall. Atem-, sprech- und stimmtechnische Defizite führen dazu, dass die stimmliche Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist. Bei stimmtechnisch bedingten Stimmproblemen zeigen sich häufig die folgenden Einschränkungen:

Unphysiologische Sprechatmung

Bei der Analyse der Sprechatmung zeigt sich häufig eine fehlende Bauchatmung bzw. eine Hochatmung, ein Überziehen der Phrasenlänge und Schnappatmung mit hörbaren Einatemgeräuschen.

Unphysiologische Stimmgebung

Ursächlich für eine eingeschränkte stimmliche Leistungsfähigkeit ist häufig ein mangelhafter Glottisschluss, der zu einem hohen Luftverbrauch bei der Stimmgebung und zu einem leisen und behauchten Stimmklang führt. Der Sprecher ist mit dieser Technik nicht in der Lage eine hohe Lautstärke zu entwickeln. Versucht er es dennoch, führt dies meistens zu einem erhöhten Krafteinsatz bei der Stimmgebung und damit zur Überlastung des Systems Stimme.

Stimmdiagnostik & Stimmtraining

In einer ausführlichen logopädischen und ggfs. hno-ärztlichen Stimm-Untersuchung werden zunächst die atem-, sprech- und stimmtechnischen Schwächen ermittelt. Aus diesen Erkenntnissen ergeben sich auch die Ziele für das folgende Stimmtraining. Typische Ziele sind:

  • Entwicklung einer physiologischen Sprechatmung mit angemessenen Phrasenlängen und regelmäßigen Atempausen
  • Entwicklung einer ökonomischen Stimmgebung mit komplettem Glottisschluss und klangvollem, kräftigen Stimmklang
  • Entwicklung einer deutlichen Artikulation
  • Entwicklung eines angemessenen Sprechtempos

FAZIT

Empfindliche und anfällige Stimme zeichnen sich meistens durch eine nicht optimale atem-, sprech- und Stimmtechnik aus. Die gute Nachricht: Durch eine ausführliche Stimmdiagnostik und ein systematisches Stimmtraining lässt sich die stimmliche Leistungsfähigkeit meist deutlich steigern.