Atemprobleme & Atemstörungen beim Sprechen und Singen

Viele Menschen leiden unter Atemstörungen, die im Rahmen des Sprechens oder des Singens auftreten. Die Atemprobleme äußern sich in Form von Luftnot, Kurzatmigkeit oder Atemlosigkeit und verstärken sich meistens bei Nervosität, wie z.B. beim Sprechen vor Gruppen. Da die Atmung die Luft für die Stimmgebung liefert und damit die Grundlage des Sprechens und Singens darstellt, ist der Leidensdruck bei den Betroffenen meist relativ groß. Atembeschwerden können ganz unterschiedliche Ursachen haben, häufig sind sie aber die Folge einer unzureichenden Atemtechnik. Häufig stehen sie auch im Zusammenhang mit Stimmproblemen wie Heiserkeit oder einer fehlenden Belastbarkeit der Stimme. Ausgeprägte Atemprobleme sollten immer ärztlich abgeklärt werden. Bei funktionell bedingten Atembeschwerden sind Sprechtraining, Stimmtraining oder eine logopädische Therapie sinnvolle Maßnahmen, um eine physiologische Atmung beim Sprechen und Singen zu erlernen.

Wie äußern sich funktionell bedingte Atemstörungen?

Unsere Atmung ist die Grundlage für die Stimm- und Sprachproduktion, indem sie die Luft für die Stimmgebung zur Verfügung stellt. Der Vorgang der Sprechatmung ist ein hoch komplexer Prozess, an dem unzählige Nerven, Muskeln, Organe und andere Strukturen beteiligt sind.

In der Eingangsuntersuchung beschreiben viele Patienten diverse Formen von Atemstörungen beim Sprechen, die auf eine fehlende Atemtechnik zurückzuführen sind. Häufig verstärken sich die Symptome bei Nervosität wie z.B. bei Teamgesprächen, Vorträgen  oder Präsentationen vor Publikum. In der Stimm- und Sprechanalyse zeigen sich dann meistens die folgenden atemtechnische Defizite:

  • kurze unregelmäßige Atempausen in Form einer Schnappatmung
  • geräuschhafte Einatmung
  • Lange Sprechphrasen
  • Hochatmung (Clavikularatmung) / fehlende Bauchatmung
  • verkrampfte, mühevolle Atmung
  • hoher Luftverbrauch mit Luftnot
  • klangarme wenig belastbare Stimme
  • Leise Stimme und kaum hörbares Sprechen
  • eingeschränkte Verständlichkeit
  • Heiserkeit

Hilft ein Stimmtraining oder eine logopädische Therapie bei Atemstörungen?

Logopädie, Stimmtraining oder ein Sprechtraining sind immer dann geeignete Maßnahmen, wenn sprechtechnische Defizite die Ursache für die Atembeschwerden sind. Eine logopädische Stimmtherapie kann bei einer medizinisch relevanten Störung der Sprechstimme vom Arzt verordnet werden.

Atem-, Sprech- und Stimmtraining

Zu Beginn eines Atem-, Sprech- und Stimmtrainings erfolgt eine eingehende Untersuchung der Sprechatmung. Mit Hilfe der computergestützter Stimm- und Sprechanalyse oder per Videoanalyse werden die Merkmale der Sprechatmung bei dem Klienten untersucht. Sollten sich in dieser Analyse Symptome einer funktionellen Atemstörung zeigen, ist eine logopädische Behandlung bzw. ein Atem-, Sprech- und Stimmtraining zu empfehlen. In dieser Übungsbehandlung lernt der Klient verschiedene Übungen zur Förderung einer physiologischen Sprechatmung kennen. Die Merkmale der physiologischen Phonationsatmung sind:

  • Sprechatmung ist Mundatmung: anders als viele glauben, erfolgt die physiologische Einatmung durch den Mund und nicht durch die Nase.
  • Die geräuscharme Atmung: Der Mund öffnet sich bei der Einatmung und der Rachen weitet sich, so dass die Luft in der Inspirationsphase kaum hörbar einströmen kann.
  • Regelmäßigkeit der Atempausen: die physiologische Einatmung erfolgt alle 2-8 Sekunden.
  • Die costoabdominale Mischatmung: Bei dieser Atemform weitet sich der Bauch- und Brustraum. Dies führt zu einer tiefen und ruhigen Einatmung. Bitte nicht den Bauch einziehen!

Fazit

Atemstörungen der Sprechatmung aufgrund von atemtechnischen Defiziten sind relativ verbreitet. Die physiologische Sprechatmung lässt sich aber in den meisten Fällen in einem systematischen Atem-, Sprech- und Stimmtraining oder einer logopädischen Therapie schnell erlernen.

Haben Sie Fragen zum Thema Atemstörungen? Dann schicken Sie mir eine E-Mail.

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